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03/26/2020

Bedingt durch die weltweite Pandemie erhält die Digitalisierung einen Vorschub

Die Krise macht es uns allen deutlich: Einfache Dinge, wie Videokonferenzen oder die Einrichtung mobiler Remote-Arbeitsplätze, sind elementare Voraussetzungen in der digitalisierenden Welt.

Bedingt durch die weltweite Pandemie erhält die Digitalisierung einen Vorschub

Von Andreas Wartenberg, Geschäftsführer der Hager Unternehmensberatung und Chairman of the Board der Horton Group International

Microsoft berichtet auf dem unternehmenseigenen Blog von einem rasanten Anstieg der Nutzerzahlen. Zwölf Millionen neue Teams-Nutzer innerhalb von nur einer Woche – damit verzeichnet Microsoft Teams über 44 Millionen aktive Anwender weltweit (Stand: 19. März). Der Grund ist naheliegend: Wegen der aktuellen Corona-Pandemie schicken viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Um trotz des Wegfalls der persönlichen Kommunikation weiterhin zusammenarbeiten zu können, sind Programme und Apps, die Gruppenchats und Videokonferenzen ermöglichen, aktuell sehr gefragt. Wie stark, zeigen die von Microsoft veröffentlichten Zahlen: In nur einer Woche kamen täglich insgesamt mehr als 900 Millionen Minuten für Meetings und Gespräche in Teams zusammen. 

Microsoft’s Corporate Vice President und Autor des Blog-Beitrags, Jared Spataro: „It’s very clear that enabling remote work is more important than ever, and that it will continue to have lasting value beyond the COVID-19 outbreak.” (zu Deutsch: "Es ist offensichtlich, dass es aktuell wichtiger denn je ist, Telearbeit zu ermöglichen, und dass dies auch über den Ausbruch des Virus COVID-19 hinaus weiterhin einen dauerhaften Mehrwert haben wird."

 

Ausrüstung der IT-Infrastruktur notwendig

In der Krise stellt man immer wieder fest, dass gerade die einfachen Dinge wie Videokonferenzen oder die Einrichtung mobiler Remote-Arbeitsplätze, um orts- und zeitunabhängig arbeiten zu können, Grundvoraussetzung in der digitalisierenden Welt sind. Um solche alternativen Möglichkeiten in Zukunft bieten zu können, muss die IT-Infrastruktur entsprechend ausgerüstet werden. Die Arbeit außerhalb der Büroräume erfordert, dass von überall auf Server, Netzwerke, Geräte oder andere IT-Komponenten zugegriffen werden kann, damit sämtliche Tätigkeiten möglich sind.

Von dieser Entwicklung profitieren vor allem diejenigen, die sich darauf spezialisiert haben, Unternehmen und einzelne Arbeitsplätze remote auszustatten. Ganz grundlegend hierfür: die Ausstattung mit Mobilgeräten wie Laptops, Tablet-PCs oder Smartphones. Gerade in Unternehmen, in denen Homeoffice bisher nur die Ausnahme war, hat die Mehrheit der Mitarbeiter noch einen festinstallierten Computer-Arbeitsplatz. Jetzt, wo Homeoffice zur Regel geworden ist, bedeutet das die komplette Umrüstung oder eine kostspielige Anschaffung eines zweiten Satzes für das häusliche Arbeitszimmer sowie mögliche Adapter.

Doch der Digitalisierungsprozess umfasst noch weitaus mehr als entsprechende Hardware. Zwar verfügen inzwischen nahezu alle Haushalte über einen funktionierenden Internetanschluss, aber eventuell werden zusätzliche Netzwerkkomponenten benötigt. Auch die Konnektivität im Homeoffice muss sichergestellt sein. Hier kommen beispielsweise Anbieter von Videokonferenz-Tools ins Spiel. In der aktuellen Corona-Krise haben einige Anbieter die Chance, neue Nutzer zu gewinnen, erkannt und stellen ihre Programme für einen begrenzten Zeitraum kostenlos zur Verfügung.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Cloud-Computing. Damit die Mitarbeiter auch außerhalb des Büros auf Unternehmensdaten zugreifen und gemeinsam mit Kollegen bearbeiten können, müssen diese über das Internet abrufbar sein. Daher ist auch die Nachfrage nach Cloud-Lösungen und -Services stark angestiegen. Durch den aktuellen Trend zum Homeoffice werden Anbieter im Cloud-Geschäft wie beispielsweise Amazon laut dem Marktforschungsinstitut Blueshift-Research als mögliche Profiteure aus der Corona-Krise hervorgehen.

 

Zunahme von Cyberangriffen

Nicht zu vergessen ist die Etablierung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen beim Fernzugriff auf Unternehmenssysteme und -daten, denn die potenzielle Angriffsfläche für Cyberkriminelle wird größer. „Neben einem Anstieg von Home-Office-Tätigkeiten haben wir zudem festgestellt, dass Cyberkriminelle versucht haben, sich die Aufregung um das Virus zunutze zu machen, indem sie schädliche Dateien in Dokumenten mit vorgegebenem Bezug zu Corona versteckt haben“, erläutert der Kaspersky-Sicherheitsforscher David Emm in einem Blog-Beitrag.

Die derzeitige Situation zwingt all die Unternehmen, die sich bisher noch nicht mit dem Thema rund um die Digitalisierung auseinandergesetzt haben, möglichst schnell nachzuziehen, um den Anschluss an den Wettbewerb nicht zu verlieren oder gar wirtschaftlich unterzugehen. Hier dürfte die Corona-Krise zu einem weiteren Vorschub rund um die Digitalisierung führen.

 

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Dieser Artikel ist Teil der Beitragsserie „Game Changer Corona-Krise“

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