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04/28/2020

Exit-Strategie nach dem Lockdown – Consumer Goods & Industry

Wie könnte eine mögliche Strategie in der Branche Consumer Goods & Industry aussehen?

„Digitale Prozesse beschleunigen und Risk Management optimieren“

Exit-Strategie nach dem Lockdown – Consumer Goods & Industry

Von Ulrich Pohland, Business Unit Manager für den Bereich Consumer Goods & Industry bei der auf Executive Search spezialisierten Hager Unternehmensberatung 

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Industrie in Deutschland sind mannigfaltig: Auf der einen Seite gibt es einen kleinen Kreis von Krisengewinnern. Hierzu zählen beispielsweise Hersteller von Hygieneprodukten sowie Lebensmittelproduzenten, deren Produkte derzeit überproportional gefragt sind. So erleben neben viel diskutierten Warengruppen wie Pasta und Mehl auch zuletzt weniger beachtete Unternehmen wie Konservenhersteller eine Renaissance.

Doch schon im Food-Sektor gilt es, genauer hinzuschauen. Viele der Produzenten haben neben dem Handel zweiten zentralen Vertriebskanal: den Foodservice. Dieser ist durch die Schließung der Restaurants und Gaststätten fast vollständig zum Erliegen gekommen. Viele haben deshalb bereits Kurzarbeit angemeldet. Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man auf andere Industrien blickt. Etwa den Maschinenbau: Viele Hersteller hätten kürzlich auf der Hannover Messe ihre neuesten Produkte vorgestellt. Doch Corona hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Industrie leidet unter dem starken Nachfrage-Rückgang bzw. unter einem Zusammenbruch der Lieferketten.

 

Wie geht es in der Industrie weiter? Welche Erkenntnis bringt die Krise?

Zwei Themen sind in den vergangenen Wochen ganz nach oben gerückt:

  1. Die Digitalisierung & New Work:Wer auf dem Feld der Digitalisierung nicht gut aufgestellt ist, hat dies mit dem Ausbruch der Corona-Krise schmerzlich zu spüren bekommen. Das beginnt mit der entsprechenden technologischen Ausstattung der Mitarbeiter. New Work und agiles Arbeiten gewinnen weiter an Bedeutung. Der Virus wirkt gerade auf dem Feld der Digitalisierung als Evolutionsbeschleuniger. Videokonferenzen werden künftig Normalität und machen manche Dienstreise überflüssig. Aber sicher nicht alle: Denn die persönliche Begegnung wird weiter wichtig sein und sogar in der Wertschätzung steigen!
     
  2. Das Risikomanagement:Viele Unternehmen bekommen es derzeit zu spüren: Wird der Warenfluss gedrosselt oder gar einzelne Komponenten überhaupt nicht geliefert, kommt die Produktion ins Stocken bzw. völlig zum Erliegen. Einseitige Abhängigkeiten, etwa von Produzenten in Asien, werden diskutiert. Das Thema Risk Management ist vor diesem Hintergrund wieder verstärkt in das Bewusstsein der Unternehmen gerückt. Sich hier für die Zukunft professionell aufzustellen bzw. bereits implementierte Strukturen zu optimieren, wurde als Kernaufgabe identifiziert, wie wir in Gesprächen immer wieder bestätigt bekommen.

 

Was heißt das für die Personalplanung in den Unternehmen? Was ist Ihre Empfehlung?

Ganz wichtig ist: Beide genannten Themen – allen voran die Digitalisierung – müssen auf Top-Level-Ebene im Unternehmen angesiedelt sein. Nur wenn hier das Bewusstsein vorhanden ist, wird die erfolgreiche Umsetzung gelingen. Auf manchen Feldern, etwa im Bereich der FMCG-Industrie, wird die Digitalisierung helfen, neue Vertriebschancen zu nutzen. So werden mit steigender Online-Nachfrage D2C (Direct to consumer)-Aktivitäten an Bedeutung gewinnen. Und beim Thema Risikomanagement hat die derzeitige Krise gezeigt, wie wichtig die richtige Aufstellung und Strategie auf diesem Feld ist.

Wir sind auf beiden Feldern momentan in engem Austausch mit Unternehmen und helfen Kunden, hierfür die passenden Kandidaten für das Management der Zukunft zu finden.

 

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