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05/26/2020

Exit-Strategie nach dem Lockdown - Sportbranche

Wie bereitet sich die Sportbranche auf die Zeit nach Corona vor?

Exit-Strategie nach dem Lockdown - Sportbranche

Von Richard Golz, ehemaliger Fußball-Profi und Business Unit Manager für die Branche Sports bei der auf Executive Search spezialisierten Hager Unternehmensberatung

Die Fußballbundesliga hat in Deutschland den Re-Start vollzogen und unter weltweiter intensiver Beobachtung nach zwei Monaten Pause wieder den Spielbetrieb aufgenommen. Was hat sich in der Zwischenzeit getan?

Man hat die Zeit genutzt und viele soziale Projekte gestartet oder unterstützt. Spieler wie Leon Goretzka oder Josua Kimmich haben mit der Initiative „We kick Corona“ Spenden von über vier Millionen Euro für karikative Einrichtungen gesammelt. Nahezu jeder Klub hat in der Corona-Krise seine E-Sport-Aktivitäten umfassend ausgebaut oder neu aufgesetzt, was der gesamten Szene einen deutlichen Auftrieb beschert.

Die Digitalisierung war in den letzten Jahren auf jeder Veranstaltung das Schlagwort und kaum jemand konnte richtig greifen, was eigentlich gemeint war. Stichwort Homeoffice. In vielen Gesprächen habe ich erfahren, wie gut es dann doch funktionierte, wenn die meisten Mitarbeiter flexibel von zu Hause gearbeitet haben. Die Konsequenz daraus? Die Geschäftsstellen der Zukunft werden zunehmend leerer. Nicht, weil der Personalbestand reduziert wird, sondern weil man effektiver arbeiten kann. „Arbeitszeiten für alle von 9 bis 17 Uhr wird es künftig in der Form bei uns nicht mehr geben,“ verriet mir der Marketing-Vorstand eines Bundesligisten.

Aber auch im normativen Bereich scheint ein Umdenken statt zu finden. Die Verantwortlichen hatten ausreichend Zeit, um das System und die Funktionalität von allen Seiten zu reflektieren. Marco Bode, Aufsichtsratschef von Werder Bremen formuliert es so: „Die Haltung ist entscheidend, nicht das Geld.“

„Stichworte wie Salary Cap oder Personalkostenquote fallen jetzt häufig. Dies müssten die Verantwortlichen auf europäischer Ebene diskutieren und entsprechend im Einklang mit dem EU-Recht umsetzen. Ich würde mir wünschen, dass bei Spielertransfers das Kräfteverhältnisse zwischen den Vereinen, Spielern und Beratern wieder stärker ausbalanciert wird“, so Richard Golz, ehemaliger Fußball-Profi und verantwortlicher Bereichsleiter für die Sportbranche bei der auf Executive Search spezialisierten Hager Unternehmensberatung.

„Nach der Corona-Pandemie wird es in der Sportbranche nicht besser oder schlechter sein, sondern einfach nur anders“, bekräftigt Golz.

 

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