Detail
07/10/2019

Trial and Error

Diversity – wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

 

Von Martin Krill, Geschäftsführer der Hager Unternehmensberatung sowie improve.r für die Industry Digital & Technology

Trial and Error

Wer fährt erfolgreicher: Sind es geradlinige, sehr homogene Unternehmen oder doch vielschichtige, multikulturelle Teams? Welche Mischungen der Mannschaft ist am Ende das bessere Rezept? Obwohl Diversität nicht immer einfach in der Umsetzung ist, merken viele Unternehmen, dass sie zu gewinnbringenderen Ergebnissen kommen können, als wenn die Mitarbeiter alle nur aus einer Richtung kommen.

Doch scheint es, dass viele Unternehmen und Führungskräfte diese Einsicht noch nicht haben. Eines ist klar: Nicht immer ist die erste Initiative erfolgversprechend, um ein Unternehmen nach vorne zu bringen. Vergleicht man den Versuch guter Diversität mit dem der Digitalisierung, zeigen die Lenker und Denker bei Letzterem mehr Aufgeschlossenheit. Bei allen Veränderungen bedarf es häufig mehrere Anläufe, bis es zum Erfolg kommt – let’s do trial and error.  

Der amerikanische Film ‚Hidden Figures‘, der 2016 in die Kinos kam, erzählt die inspirierende Geschichte von drei afroamerikanischen Frauen, die als herausragende Mathematikerinnen maßgeblich zum Erfolg des US-Space Programms der NASA Anfang der Sechziger beigetragen haben. Für ihre Leistungen zollte man ihnen wegen ihres Geschlechts und ihrer Hautfarbe kaum Anerkennung. Trotzdem kämpften die Drei zielstrebig weiter für ihren großen Traum und widersetzten sich damit allen Vorurteilen und dem rassistischen Verhalten ihrer weißen, überwiegend männlichen Kollegen.

Die Story macht deutlich, welche Vorbehalte das teilweise noch immer vorherrschende Denken und Handeln prägen. Unternehmen sollten sich aktiv mit dem Thema Diversität auseinandersetzen. Vielfältige Talente, Erfahrungen und auch die Perspektiven der Mitarbeitenden sind von unschätzbarem Wert und können wesentlich zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. 

In der Arbeitswelt sollte es egal sein, aus welchen Geschlechtern, welcher ethnischen Herkunft und welchen sexuellen oder religiösen Orientierungen sich ein Team zusammensetzt. Was zählt, sind die Qualifikationen, fachlichen Kompetenzen und Soft Skills wie Zuverlässigkeit, Loyalität, Resilienz und viele mehr. Deswegen ist es wichtig, die individuelle Vielfalt zu inkludieren, einen Mix zu ermöglichen, die beste Synergie aus allen in ein Ergebnis zu bringen.

Wenn ich als teilhabender Geschäftsführer auf die Hager Unternehmensberatung blicke, kann ich mit Stolz sagen, dass wir mit unserer aktiv gelebten Diversität sehr erfolgreich sind. Als ich hier vor 20 Jahren anfing, waren wir ein kleines Team von rund 15 Mitarbeitern. Mittlerweile sind wir über 100 Mitarbeiter, davon 51 Prozent Frauen. In unserem Team sind unterschiedliche Herkunftsländer und Hautfarben vertreten. Der Ausländeranteil liegt bei zwölf Prozent. Zudem haben wir eine Behindertenquote von drei Prozent. 

Für uns waren Attribute wie Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Behinderung oder sonstige Neigungen nie ein Ausschlusskriterium, ob ein Bewerber in unser Team passen könnte. Wir sind überzeugt, dass die Vielfalt unserer Belegschaft es uns ermöglicht, zu wachsen und unsere Firmenkultur weiterzuentwickeln. Unseren Erfolg haben wir unter anderem der Offenheit und der gelebten Diversität zu verdanken. Wir arbeiten in einem Team, das durch die vielen verschiedenen Charaktere und Denkweisen ein gemeinsames Nachvorneschauen lebt. Ein Team von ‚geklonten‘ Mitarbeitern, die allesamt dem gleichen Stereotypen entsprechen, bringt Unternehmen nicht nach vorne und unterstützt auch nicht das Wachstum. Es mag sein, dass ein homogenes Team in ‚harmonischer Eintracht‘ seine Herausforderungen meistert, aber was ist außerhalb des alltäglichen Tellerrandes?  

Vielfalt, so anstrengend sie manchmal auch erscheinen mag, ist letztlich die Grundlage der Wandlungsfähigkeit einer Organisation. 

„Der größte Feind der Vielfalt ist – der Erfolg“, Elmar Schenkel (*1953), Anglist, Autor, Übersetzer, Maler.

Back