Detail
17.03.2020

Don’t shut down – just lock down

Es gibt auch ein Leben nach der Pandemie

 

Don’t shut down – just lock down

Von Martin Krill, Geschäftsführer der auf Executive Search spezialisierten Hager Unternehmensberatung GmbH

Das Coronavirus setzt der deutschen Wirtschaft hart zu und zwingt viele Unternehmen in die Knie. Börsenkurse kollabieren, ganze Geschäftszweige brechen weg, Kurzarbeit wird angemeldet. In vielen Bereichen der Wirtschaft herrscht ein Ausnahmezustand. Schon jetzt sind die Folgen dramatisch.

Die ganze Situation fühlt sich an, wie ein Krieg ohne reelle Gegner.

Trotzdem bemühen sich viele Firmen, mit der schwierigen Lage klarzukommen. Kunden zu beliefern, unterbrochene Lieferketten notdürftig zu flicken, den Betrieb aufrechtzuerhalten – so gut es eben geht.

Einige Branchen wie Touristik oder Gastronomie erleiden zwangsläufig massive Rückgänge. Doch viele andere Bereiche sollten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten nicht komplett vom Virus bestimmen lassen. Natürlich ist die Einhaltung der gesundheitlichen Schutzmaßnahmen zu priorisieren. Aber die ungewollten Zwangspausen der täglichen Geschäfte geben die Möglichkeit, in die Weiterbildung der Mitarbeiter oder in Ausarbeitung von Strategien zu investieren. Nein, keiner weiß genau, wie lange das Virus unser Leben weiter bestimmen wird. Niemand ist in der Lage, die zu erwartenden Umsatzeinbußen zu prognostizieren. Doch eins ist gewiss; es wird ein Leben – auch ein wirtschaftliches – nach Corona geben. Darum ist neben dem vollen Einsatz zum unmittelbaren Schutz der Gesundheit aller Menschen wichtig, dass Unternehmen perspektivisch bleiben. Dass sie die liebgewonnen Geschäftsmodelle infrage stellen. Dass sie sich mit fehlender oder unvollständiger Digitalisierung auseinandersetzen.

Zweifelsohne müssen die Unternehmenslenker aller Größen - auch von KMUs - zunächst eines tun; ihr unternehmerisches Überleben sichern. Eventuell notwendige staatliche Subventionen akquirieren, Kredite neu verhandeln oder Mitarbeiter in verfrühten Urlaub oder gar in die Kurzarbeit schicken. Doch die mittel- und langfristige Planung erfordert es, in 6-12 Monatszyklen zu denken. Ist das absurd? Nein, es ist ungewohnt, so zu denken, aber ein sinnvoller Weg, auch nach dieser Phase nach vorne zu blicken. Manchmal sind persönliche, wirtschaftliche oder wie jetzt globale Krisen eine immense Bedrohung, können aber auch die Chance zur Neuorientierung sein. Jeder Einzelne sollte in dieser schwierigen Situation, die für alle drastische Einschnitte mit sich bringt, auch die Planung im Auge behalten.

Wenn alle nur warten, bis diese Zeit vorüber ist oder gar den Kopf in den Sand stecken, bedeutet dies ihren wirtschaftlichen Untergang. Kopf hoch und nach vorne schauen!

 

zurück