13.09.2021

Ein Resümee über 25 Jahre

1996, vor genau 25 Jahren, gründete Ralf Hager die Hager Unternehmensberatung, die auf Executive Search spezialisiert ist. Zeit für eine kleine, persönliche Unternehmensanalyse in vier Kapiteln – mit ein paar überraschenden Erkenntnissen

1996 funktionierte unser Büroalltag in weiten Teilen noch analog. Kommuniziert wurde per Fax, gespeichert wurde auf Floppy Disks und das World Wide Web war gerade mal fünf Jahre alt, selbst Bill Gates hielt das Internet anfangs für einen Hype. Es war eine Zeit des technologischen Auf- und Umbruchs, Neuland, in der sich die Wegbereiter und die späteren Marktgiganten durchs Zeitfenster zuzwinkerten und die Wegbereiter sich Jahre später verwundert die Augen rieben. Das interessanteste Kapitel schrieben in diesem Zusammenhang Nokia und Apple. Die Finnen brachten 1996 mit ihrem „Nokia 9000 Communicator“ das erste Smartphone auf den Markt. Ein Büro im Westentaschenformat, so das Versprechen, das Faxe versenden und empfangen konnte und 400 Gramm wog. Es sollte die tragische Randnotiz der Digitalära werden. Apple präsentierte ein Jahrzehnt später sein iPhone, das Smartphone wurde zum Bestseller und Gamechanger einer ganzen Industrie. Der Rest ist Geschichte.

 

  1. Early Bird: Trends früh erkennen und sich immer wieder neu erfinden

Welches Learning man aus dieser Episode auf der Main Stage ziehen kann? Um dauerhaft erfolgreich zu sein, muss man zwei Dinge beherrschen und beherzigen: Trends früh zu erkennen, man könnte auch salopp sagen: aufs richtige Pferd setzen, und sich gleichzeitig stetig neu erfinden. Ralf Hager hat in den Neunzigern erkannt, welches Potenzial in der Digitalbranche – damals sprach man noch von IT & Telekommunikation – steckt. „Bereits in dieser Zeit zeichnete sich eine unglaubliche Dynamik ab. Das war für mich der Grund, mit der Unternehmensberatung in diesem Technologiebereich zu starten.“ Das Thema als Leitmotiv war gefunden, und wurde immer wieder angepasst an aktuelle Entwicklungen und Markterfordernisse, neue Business Units kamen dazu. Zuletzt mit „Financial Sponsor Coverage“ eine Branche, die sich später als andere, dafür aber in atemberaubendem Tempo gerade digital transformiert. Inzwischen beschäftigt die Hager Unternehmensberatung über 110 Mitarbeitende in 14 verschiedenen Branchen-Teams. Diese umfassen sämtliche wirtschaftlich relevanten Sektoren, darunter zählen beispielsweise Consumer Industries, Digital & Technology, Financial Services, Industrial, Life Science, Professional Services, Construction & Real Estate und Public Sector.

 

  1. It’s People’s Economy

Es ist noch nicht so lange her, dass sich Unternehmen hauptsächlich aufs Produzieren und Dienstleisten konzentrierten. Mitarbeitende sollten in diesem Old School Businessmodell am besten unauffällig und geräuschlos mitlaufen, kleine Rädchen in einem gut geölten Uhrwerk. Mit anderen Worten: Man hat den Faktor Mensch lange Zeit chronisch unterschätzt. Ralf Hager hatte während seines BWL-Studiums als Werkstudent erste Berührungspunkte mit dem Thema Personalberatung. Der berühmte Heureka-Moment. Die richtigen Menschen zusammenbringen, das war es, was er in Zukunft tun wollte. Er sagt: „Als ich das Unternehmen vor 25 Jahren gegründet habe, war mein Ziel, es besser zu machen als die anderen. Denn jeder Mensch kann in seinem Arbeitsumfeld einen unfassbar großen Mehrwert liefern – wenn es wirklich passt.“ Im letzten Halbsatz, so unscheinbar er auf den ersten Blick wirkt, steckt natürlich die Brisanz und Brillanz einer ganzen Berufssparte, und tangiert alle Beteiligten gleichermaßen, die Mitarbeitenden genauso wie die Unternehmen, je nachdem, ob das Matching gelingt.

 

Trust your team: Potenziale erkennen, fördern und loslassen

In dynamisch wachsenden Unternehmen ist ein Blick besonders spannend (für manche auch entlarvend): Wie viele Leute aus dem Core-Team sind noch nach vielen Jahren dabei – selbst wenn die Mitarbeiterzahl sich vervielfacht hat? Im Umkehrschluss heißt das: Inwiefern ist man als Unternehmer in der Lage, seine Mitarbeitenden zu entwickeln und ihnen Raum zum Wachsen zu geben? Im Fall einer Personalberatung wird daraus ein Lackmustest: Lösen wir selbst ein, was wir anderen als Prinzipien von zeitgemäßem Leadership empfehlen? Gelten die Sonntagsreden auch noch montags im Meeting? Viele zentrale Positionen sind bei Hager mit Personen besetzt, die schon lange Jahre erfolgreich für das Unternehmen tätig sind. Beispielsweise Martin Krill, Geschäftsführender Gesellschafter, der vor über 20 Jahren als Berater bei Hager gestartet ist. Er hat in 2020/21 auch die Zukunftsstudie „Arbeitswelt 2030“ angestoßen und zusammen mit den Beratern des Zukunftsforschungsunternehmens ‚2b AHEAD‘, geleitet von Sven Gábor Jánszky und einigen Mitarbeitenden seines Teams bei Hager umgesetzt. Hierzu erscheint gerade als Spin-off das „ABC der Arbeitswelt“.

 

  1. Walk the talk: Diversity als Zukunftstreiber

Wer einstellt, braucht die richtige Einstellung. Und wer rekrutiert, hat Macht. Unzählige Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Diversität und Innovationsfähigkeit von Unternehmen – Vielfalt ist ein Erfolgsfaktor. Den größten Effekt, weil klar quantifizierbar und Beschleuniger für eine insgesamt offenere Unternehmenskultur, hat Genderdiversity. Obwohl die Mehrzahl der Studierenden Frauen sind, die zudem mit besseren Abschlüssen punkten, spiegelt sich das noch nicht wider bei der Besetzung von Führungspositionen. Das alte Lied. Warum tut sich Deutschland besonders schwer, die nötigen Schritte zu gehen? „Es bestehen weitverbreitete kulturelle Vorurteile gegenüber Frauen – und derartige Stereotype sterben nur langsam“, erklärt Ralf Hager. Was ihn und das Hager Team zu einem radikalen Schritt bewogen hat: „Wir haben uns dazu verpflichtet, bei der Besetzung von Mandaten für Vorstands- und Aufsichtsratspositionen 50 Prozent Kandidatinnen vorzuschlagen. Außerdem kooperieren wir mit Netzwerken wie beispielsweise FemaleOneZero, Impact of Diversity, Mission Female und Global Digital Women, um dieses Thema noch weiter voranzubringen.“

 

 

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