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22.05.2019

Industrie 4.0 war gestern

Das neue Hypewort lautet Industrie 5.0 – Vernetzung zwischen Mensch und Maschine

Von Martin Krill, Geschäftsführer der Hager Unternehmensberatung sowie improv.er für die Industry Digital & Technology

Industrie 4.0 war gestern

Schrauben, die mit Montagerobotern kommunizieren, Gabelstapler, die selbstständig Waren in Hochregale einlagern, intelligente Maschinen, die Fertigungsprozesse selbstständig koordinieren. Die vierte industrielle Revolution: alles ist intelligent miteinander vernetzt, Menschen, Maschinen und Produkte.

Doch nicht nur der Globus dreht sich weiter. Industrie 4.0 ist in vielen Branchen und Unternehmen standardisiert, doch nun kommt der biologische Teil hinzu. Industrie 5.0! Eine Kollaboration zwischen Roboter und Mensch.

Damit die Automatisierung von Produktionsprozessen ihr volles Potenzial entfalten kann, ist menschliche Kreativität erforderlich. Denn eine automatisierte Produktion mit herkömmlichen Industrierobotern allein wird immer nur stumpf das tun, was in einer langen und mühsamen Programmierung vorgegeben ist.  Kollaborierende Roboter dagegen arbeiten flexibel und unmittelbar mit den Angestellten zusammen. Das verleiht der Produktion eine neue Dynamik und setzt neue Potenziale frei: Während der Roboter Standardprozesse übernehmen kann, bringt der Mensch sich anderweitig wertschöpfend ein. Der Mitarbeiter wird entlastet, denn er nutzt den Roboter – den sogenannten Cobot – als Multifunktionswerkzeug: quasi als Schraubenzieher, oder Verpackungsmaschine, oder Palletiergerät oder oder. Der Roboter kann die menschliche Arbeitskraft nicht ersetzen, er kann sie aber ergänzen, in dem er strapaziöse oder routinierte oder sogar gefährliche Aufgaben übernimmt. Und die Mitarbeiter verwenden ihre Kreativität auf komplexere Tätigkeiten, denn dort wird sie gebraucht.

Auch die Künstliche Intelligenz spielt im Rahmen von Industrie 5.0 eine anspruchsvollere Rolle: Sie erfüllt nicht nur ihre Aufgaben innerhalb der ihr zugewiesenen Strukturen. Vielmehr entwickelt sie mittels querdenkender, eigenständiger Analysen eigene Lösungen und organisiert sie auch direkt. So spart der Mitarbeiter Zeit, denn er kann unmittelbar mit konkreten Ergebnissen weiterarbeiten.

Fazit:

Die nächste industrielle Revolution ist eher eine Beziehungskiste – zwischen Mensch und Maschine. In harmonischer Eintracht arbeiten die beiden ‚Hand in Hand‘. Der eine ‚Partner‘ hat ein vorprogrammiertes Aufgabenfeld, der andere arbeitet wertschöpfend mit den Resultaten. Man unterstützt sich quasi gegenseitig. Manchmal ist es nur nicht so leicht, den richtigen Partner zu finden. Sei es die passende Software, die die Prozesse steuert, um dem Menschen den Rücken von Routinetätigkeiten freizuhalten. Oder sei es, den passenden Menschen zu finden, der intelligent genug ist, um Geschäftsfelder weiterzuentwickeln, aber auch eloquent genug ist, um als Teamplayer zu agieren.

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