26.04.2021

Die Krise als Stärkung von Frauen in Führungspositionen

Bei der auf Executive Search spezialisierten Hager Unternehmensberatung spielen die Themen Gleichberechtigung und Frauenförderung eine zentrale Rolle. Dass in Wirtschaft und Politik nach wie vor großer Handlungsbedarf besteht, attestiert auch die aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, der Global Female Leaders Outlook (GFLO) 2020. Darin untersucht KPMG die Frage, ob die Corona-Krise eine Chance für mehr Gleichberechtigung von Frauen in Wirtschaft und Politik darstellt.

Die Pandemie als potenzieller Katalysator für mehr Chancengleichheit

Um die Perspektiven weiblicher Führungskräfte zu gesamt- und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen zu erfassen, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG gemeinsam mit der Management Circle AG im vergangenen Jahr bereits zum dritten Mal den Global Female Leaders Outlook (kurz GFLO) durchgefIniührt. Weltweit zählte die Studie 675 Teilnehmerinnen aus 52 Ländern, darunter auch Deutschland mit 46 Partizipierenden. Befragt wurden CEOs und Vorsitzende, C-Level-Führungskräfte und Vorstandsmitglieder, Abteilungsleiterinnen sowie weitere Positionen mit Führungsverantwortung.

„In einem Umfeld, in dem die richtige personelle Besetzung von Schlüsselrollen das zentrale Erfolgsthema ist, werden auch Diversity & Inclusion einen wesentlichen Einfluss auf den unternehmerischen Erfolg nehmen“, erklärt Dr. Monika Becker, Business Unit Director Software bei der Hager Unternehmensberatung und Sector Head IT & Digitalisation der Horton Group International. Die erfahrene Managerin hat gemeinsam mit ihren Hager-Kolleginnen, Angela Keuneke, Marketing Managerin, und Yvonne Klein, Talent Acquisition, 2020 die Initiative HUB eQuality bei der Hager Unternehmensberatung ins Leben gerufen und ein Diversity- und Frauennetzwerk initiiert.

Im Fokus der KPMG-Umfrage standen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Unternehmen wie auch auf die eigene Karriere der befragten weiblichen Teilnehmerinnen. Ziel war es, herauszufinden, ob COVID-19 am Ende ein Katalysator für mehr Gleichberechtigung darstellt.

Ein Key finding der Studie ist, dass weibliche TOP-Managerinnen die Krise auch als Chance und weniger nur deren negativen Auswirkungen sehen. Sie sind optimistischer als die männlichen Teilnehmer des Global CEO Outlook 2020 von KPMG. Einer der Gründer dafür könnte sein, dass unter den Lockdown Bedingungen tradierte Herangehensweisen und Entscheidungsprozesse in Unternehmen auf die Probe gestellt wurden. „So haben wir es immer schon gemacht“ und „ähnlich wie ich“ funktionierte plötzlich nicht mehr. Talente, Frauen wie Männer, haben durch diese Situation größere Chancen, mit innovativen Vorschlägen zu überzeugen und mehr Verantwortung zu übernehmen.

Innovation, Digitalisierung und neue Technologien

Viele weibliche Führungskräfte erachten aktuell die Themen Innovation, Digitalisierung und den Einsatz neuer Technologien als besonders relevant.

Ein weiterer Ausbau digitaler Tools und die damit einhergehende zunehmende Etablierung des mobilen Arbeitens gibt Menschen, die Familie und Karriere in Einklang bringen wollen, mehr Freiraum. Nach einem Jahr Lockdown werden die wenigsten 10 und mehr Videokonferenzen am Tag aus uneingeschränkt positiv erleben. Dennoch schätzen weiblichen Führungskräften die größere Flexibilität des mobilen Arbeitens.

Die KPMG Studie zeigt ebenfalls auf, dass viele weibliche Führungskräfte insbesondere ihre Flexibilität und Agilität, ihre Empathie und Teamfähigkeit sowie die Fähigkeit, Inhalte verständlich zu vermitteln, zu ihren Stärken zählen. Das klingt nicht neu und ist in der Vergangenheit unter der Überschrift „zu weich“ gegen weibliche Führungskräfte verwendet worden. Genau diese Fähigkeiten braucht es aber, um Unternehmen in der Lockdown Situation zusammenzuhalten und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen trotz der hohen Belastungen aufrechtzuerhalten. Ein Führungsstil, der Vulnerabilität zulässt und mit einem erhöhten emotionalen Engagement einhergeht, führt oftmals zu einer besseren Teamleistung und dies nicht nur in der COVID Krise.

Fazit

Die Pandemie war ein Schock für die Wirtschaft und die Gesellschaft. Doch viele Unternehmen haben diese Krise als Chance verstanden und veraltete Prinzipien wie Herangehensweisen modernisiert.  Gerade viele weibliche Führungskräfte erkennen die Chancen, die in der Lockdown Krise liegen, wie höhere Selbstbestimmtheit durch mobiles Arbeiten und Etablieren eines Führungsstils, der ihnen entspricht.

Die Organisationen verändern sich hinsichtlich der Mobilität und Digitalisierung von Arbeit schneller, als sie es selbst zuvor für möglich hielten,

Jedes Unternehmen hat dabei seine Heldinnen und Helden: Menschen, die Verantwortung über ihren Tätigkeitsbereich hinaus übernehmen, die in einer schwierigen Situation mutig neue Ansätze erproben und die Teams mit Empathie zusammenhalten.

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