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06.08.2019

Pro Büro ein Fan

Als ehemaliger Fußball-Profi gehört Richard Golz (51) mit 453 Einsätzen für den Hamburger SV und den Sport-Club Freiburg zu den „Top 25“ der Bundesliga. Seit vergangenem Herbst ist der frühere Torhüter für die auf Executive Search spezialisierte Hager Unternehmensberatung im Hauptsitz in Frankfurt am Main tätig und leitet dabei als Business Unit Manager den neu etablierten Bereich Sport. Gebündelt fließen dabei aus seiner sportlichen Laufbahn und weiteren beruflichen Tätigkeiten vielfältige Erfahrungen ein.

Dieses Mal geht es erneut um die – auch für den Sport bedeutsame – Digitalisierung und damit verbundene Veränderungen, aber auch darum, dass der Mensch dennoch weiterhin die tragende Rolle spielt.

Pro Büro ein Fan

Eine der aktuell und in der Zukunft größten Herausforderungen in sehr vielen Bereichen ist es, das Gleichgewicht zwischen Tradition und Zukunft zu finden, die Balance zu halten zwischen Bewährtem und Innovation – um nicht aufzugeben, was bisher zur eigenen Stärke und Popularität beigetragen hat und gleichzeitig nicht den Anschluss zu verlieren in diesen bewegten und rasanten Zeiten zunehmender Digitalisierung und Globalisierung. Am Ball bleiben, so heißt es umgesetzt auf den Sport und insbesondere auf den Fußball. Kaum verwunderlich also, dass sich gerade hierzu in zunehmendem Maße Veranstaltungen etablieren, die durch ihre interessante Agenda und kompetente Speaker neue Denkweisen und Lösungsmöglichkeiten vermitteln und anbieten.

Als ein solches Event fand kürzlich in Düsseldorf der WHATSGOAL Sports Summit statt. Beispielhaft dabei der Beitrag „Tradition und Transformation – ein Fußballverein im digitalen Wandel“ von Stefan Mennerich, Direktor Medien, Digital & Kommunikation des FC Bayern München. Einerseits hat der deutsche Rekordmeister – auf Basis seines Projekts „FC Bayern Digital 4.0“ – Mitte 2018 die Tochtergesellschaft „FC Bayern Digital & Media Lab GmbH“ gegründet, um auch in diesem Bereich für die Zukunft frühzeitig bestmöglich aufgestellt zu sein. Andererseits vermittelte Mennerich – seit 20 Jahren bei den Münchner tätig und quasi seit der Geburtsstunde der Digitalisierung mit diesem Thema befasst – in seinem Vortrag anschaulich, beim Blick voraus dürften Vergangenheit und Gegenwart nicht auf der Strecke bleiben. So gehört zur Philosophie des erfolgreichsten deutschen Vereins, dass in jedem Büro mindestens ein Bayern-Fan sitzen sollte. Damit der erforderliche und intensiv betriebene Fortschritt nicht abgehoben vom eigentlichen Mittelpunkt daherkommt – vom Fußball, vom sportlichen Erfolg, von der Bayern-DNA, dieser typisch bayerischen Marke, vom berühmten wie bewährten „Mia san mia“.

Auch ohne einen solchen Slogan sehen die aktuellen Anforderungen für Sportverbände nicht anders aus als bei Vereinen. Dem eigenen Anspruch als Innovationstreiber entsprechend, schiebt die DFL Deutsche Fußball Liga als Dach der Bundesliga und 2. Bundesliga verstärkt Projekte an, die auf dieser Ebene des Profifußballs noch vor nicht allzu langer Zeit kaum vorstellbar gewesen wären. Bei „DFL for Equity“ sind Beteiligungen an Start-Ups und mittelständischen Unternehmen der Medien-, Technologie- und Sportbranche vorgesehen. Dies im Sinne der Clubs, die etwa von der ersten solchen Kooperation profitieren, wenn das israelische Start-Up Track160 ein auf Künstlicher Intelligenz und Deep Learing basierendes System zur 3D-Erfassung von Spielerbewegungen und des Spielballs entwickelt. Und weil Fans auch in den Stadien immer häufiger online sind – Tendenz steigend – bringt die DFL mit Vodafone als Partner mit dem Beginn der Saison 2019/20 5G ins Stadion: Die fünfte Mobilfunk-Generation soll für Zuschauer im Stadion zwei Welten vereinen, das emotionale Live-Erlebnis eines Fußballspiels und den digitalen Informationsfluss mittels einer Echtzeit-App.

Beim WHATSGOAL Sports Summit wurde auch über die Intention der im Bau befindlichen Akademie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) informiert durch seinen Leiter Innovation und Wissensmanagement, Mirko Dismer, einen der jungen, modernen Köpfe beim oftmals (zurecht) als angestaubt bewerteten größten Sportfachverband der Welt. Ziel des durch Oliver Bierhoff vorangetriebenen Projekts ist es, „jeden Tag Maßstäbe für die Entwicklung des (Spitzen-)Fußballs setzen, um die Akteure mit Leidenschaft an die Weltspitze und die Mannschaften zu Titeln zu führen“; die Vision lautet, die „Akademie als Gütesiegel in der Welt zu etablieren“; mit perfekter Infrastruktur, modernster Technologie und Wissenschaft – und mit dem kompetentesten Team. Denn schlussendlich kommt bei aller Digitalisierung und Technisierung unverändert den dazugehörigen Menschen die entscheidende Rolle zu. Persönlichkeiten, welche die richtigen, wichtigen Themen erkennen, anpacken und transportieren, Personen, die ihren beruflichen Platz am rechten Ort haben.

Dadurch bringt diese Entwicklung logischerweise bei Sportvereinen und -verbänden einen größeren Bedarf an Mitarbeitern für Positionen im Bereich Digitalisierung mit sich, beispielsweise für neu geschlossene Partnerschaften. Bei Hager sind wir in der Business Unit Sports, wie immer und in allen unseren Segmenten, mit der Suche und Auswahl bester Kräfte für solche verantwortlichen Positionen befasst. Wobei festzustellen ist, dass etwa Clubs des Profifußballs doch nicht mehr allein auf emotionale Weise attraktiv sind. Sondern auch dann, wenn das Angebot in punkto Arbeitsplatz stimmig ist, etwa hinsichtlich flexibler und zeitgemäßer Handhabung. Als Stichwort sei nur Home-office genannt. Was mit den heutigen Kommunikationsmöglichkeiten gar nicht dem Gedanken von Teamwork widerspricht und auch nicht dem Anspruch, dass von Arbeitgebern im Fußball Wert auf Begeisterung für die sportlichen Hauptdarsteller auf dem Rasen gelegt wird – wie in den Büros beim FC Bayern.

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