Detail
28.05.2020

Wechselwillige Kandidaten in Zeiten von Corona

Strategisches Recruiting

Aufgrund der Corona-Krise sind Kandidaten nicht gewillt, ihren aktuellen Job zu wechseln? Nein!

Wechselwillige Kandidaten in Zeiten von Corona

Von Martin Krill, geschäftsführender Gesellschafter der auf Executive Search spezialisierten Hager Unternehmensberatung

Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass momentan nur diejenigen wechselwillig sind, die sowieso ihren Job verlieren oder die Befürchtung haben aufgrund der Situation ihres Arbeitgebers. Aber auch das stimmt so nicht.In den Medien lesen wir vielfach: Arbeitnehmer halten an ihren Arbeitsplätzen fest, viele Unternehmen haben ein Hiring Freeze verordnet, Kurzarbeit wird eingeführt und Stellenabbau steht bevor.

Das mag für einige Berufstätige und Unternehmen zutreffen, jedoch nicht für die gesamte deutsche Wirtschaft. Es gibt Branchen, in denen die Produktion weiterhin auf Hochtouren läuft und sogar Sonderschichten eingelegt werden müssen. Dies betrifft nicht nur Hygieneartikel und die Pharmaindustrie, sondern auch die Lebensmittelindustrie und ausgewählte Technologieunternehmen, die nicht aufgrund von Lieferengpässen Stillstände verzeichnen. Viele Industriezweige produzieren in gewohnt hoher Auslastung oder manchmal sogar mit mehr als 100 Prozent. Zudem ist das derzeitige Produktionsniveau ja in etlichen Fällen die Ruhe vor dem Post-Corona-Sturm.

Auf der Kandidatenseite verhält sich das sehr ähnlich: Es gibt Kandidaten, die die aktuelle Situation beängstigt und die aktuell nicht gewillt sind, in ein neues, noch unbekanntes Unternehmen zu wechseln, um eine Probezeit zu absolvieren und nicht zu wissen, wie sich die unternehmerische Zukunft gestalten wird.

Die Kehrseite ist aber, dass gerade die hoch-qualifizierten Top-Kandidaten, die bereits seit Längerem unzufrieden bei ihrem aktuellen Arbeitgeber oder in ihrem Aufgabengebiet waren, in der aktuellen Phase offen für neue Jobangebote sind.

Häufig waren sie in ihrem normalen beruflichen Alltag so intensiv eingebunden, dass sie weder Zeit noch Freiraum hatten, um überhaupt darüber nachzudenken, in welche Richtung eine Veränderung für sie in Betracht kommen könnte. In der aktuellen reise- und pendelfreien Zeit, in der viele Menschen im Homeoffice arbeiten, haben genau diese Kandidaten den Freiraum, sich mit veränderten und neuen beruflichen Perspektiven auseinanderzusetzen.

Vor der Corona-Phase war es oftmals schwierig, geeignete Kandidaten zu finden, da auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein massiver Fach- und Führungskräftemangel bestand. Aktuell stehen viele potenzielle Top-Kandidaten zur Verfügung. 

Zitat von Henry Ford: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Professionelles Recruiting in Zeiten von Corona bietet vielfache Chancen

Die Hager Unternehmensberatung ist durch die hohe Branchenvielfalt, die sie bedient, sehr breit vernetzt. Das bedeutet nicht nur, dass der passende Ansprechpartner bekannt ist. Ein gutes Netzwerk bedeutet zudem, dass aus vertrauenswürdigen Quellen Auskünfte darüber vorliegen, was bei Unternehmen im Hintergrund geplant ist. Wie sieht die strategische Ausrichtung für die Post-Corona Phase aus? Gibt es Kurzarbeitspläne? Kündigungsüberlegungen? Werden Werksschließungen erwogen?

Durch dieses Maß an sogenanntem ‚Insider Wissen‘ wird eine Platzierung bei soliden Arbeitgebern gewährleistet. Vice versa besteht die konkrete Möglichkeit, geeignete Kandidaten für Unternehmen zu identifizieren, die die Lage jetzt nutzen wollen.

„Was einen guten Personalberater auszeichnet, ist es neben den allgemeinen Marktkenntnissen und dem Branchenverständnis auch zu wissen, was hinter den Kulissen passiert. Dazu gehört auch die Kenntnis darüber, welcher Kandidat sowieso schon wechselwillig ist und nur noch auf das passende Angebot wartet. Wir raten gerade diesen Kandidaten, die aktuelle – womöglich unsichere - Phase nicht passiv zu gestalten und Veränderungen zu scheuen, sondern auch an die Zeit nach der Krise zu denken.“ So Martin Krill, geschäftsführender Gesellschafter der auf Executive Search Beratung spezialisierten Hager Unternehmensberatung.

Fazit:

Vieles hat sich durch Corona verschoben, verändert und verlagert. Doch die deutsche Wirtschaft läuft weiter. Vielleicht nicht überall auf Hochtouren, doch an etlichen Stellen mit neuer Kreativität und Änderungswillen. In einer Krisensituation Themen auszusitzen und zu warten, bis die Phase vorüber geht, kann eine erfolgreiche Zukunft lähmen. Aktivität in solchen Zeiten ist ein Credo für ambitionierte Mitarbeiter und Unternehmenslenker.

Schlussendlich gibt es noch einen positiven Umkehrschluss: Kandidaten, die aktuell bereit sind, sich auf dieses ‚persönliche Risiko‘ einzulassen und nicht nur abwarten wollen, bis alles wieder entspannter ist, sind auch gewillt, unternehmerische Risiken zu tragen. Solche Mitarbeiter sind häufig diejenigen, die die Zukunft eines Unternehmens positiv prägen können.

zurück